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7000 km entfernt und doch so nahe

Low-Cost-Elektrophorese via Videokonferenz mit der Chirumalar School aus Indien

Ein weiterer Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen dem Kollegium Kalksburg , der Pfarre zur Frohen Botschaft und der indischen Chirumalar School aus dem Vanakkam Projekt ist gesetzt. Am 18.11.2023 trafen sich 9 Schüler*innen des Kollegium Kalksburg und 8 Schüler*innen der Chirumalar School in Break-out-sessions, um gemeinsam zu experimentieren.

Gemeinsam erarbeiteten sich die Schüler*innen den Umgang mit Mikropipetten, übten deren Verwendung und trennten anschließend mittels einer Low-Cost-Elektrophorese verschiedene Tintenfarbstoffe nach der Größe auf.

„Es war schön zu sehen, wie die Schüler*innen zusammenarbeiteten. Als wären sie vor Ort in Arbeitsgruppen, vielleicht gerade einmal am Nebentisch. Sie sind so nahe, so greifbar. Nicht Theorie, sondern „reale“ Gegenüber durch die kleinen Gruppen in den Break-out-sessions.“ beschreibt Regina Robanser, eine der beteiligten Lehrer*innen, die Arbeit.

Nebenbei blieb auch noch Zeit, sich gegenseitig kennenzulernen. Zuerst wurde über Hobbies, Lieblingsfarben und -fächer ausgetauscht, dann ging es um das Frühstück in der Chirumalar School, oder um typisch österreichische Küche wie Schnitzel. Am Ende wurden die Versuchsergebnisse gesammelt, verglichen und in den Kleingruppen diskutiert.

„Das schönste war die Entwicklung der indischen Schüler*innen seit dem Treffen vor einem Jahr zu sehen. Letztes Mal nervös und ängstlich, wirkten sie jetzt deutlich entspannter und selbstbewusster. Gemeinsam wendeten österreichische und indische Schüler*innen ihre Englischkenntnisse an und kommunizierten miteinander. Das ist neben der Durchführung der Experimente ein Hauptergebnis des Projektes!“ so Robanser weiter.

Und Peter Schönhuber, in der Pfarre zur Frohen Botschaft zuständig für Weltkirche und Vanakkam-Projektverantwortlicher, meint: „Sowohl den Lehrkräften in der teils recht aufwändigen Vorbereitungsphase als auch den Jugendlichen selbst während der Durchführung der Experimente war klar, dass eine Gruppe alleine nicht erfolgreich sein kann. Dieses aufeinander Achtgeben, dieses sich gegenseitig Helfen, dieses füreinander Verständnis Haben, dieses im wahrsten und besten Sinne Miteinander – über die Distanz hinweg – hautnah erleben zu können, war schon sehr beeindruckend. Für mich ein wunderbares Beispiel dafür, wie praktizierte Nächstenliebe heute ausschauen und erlebt werden kann.“

Notwendig für das Projekt war auch die Unterstützung der Pfarre zur Frohen Botschaft. Zum Beispiel mit technischem Support – LAN-Switch, Adapter für LAN-Kabel. LAN-Kabel, die lang genug sind um einen ausreichenden Abstand zwischen den Gruppen zu gewährleisten, damit man arbeiten kann und es nicht zu Rückkopplungen kommt. Auch Kommunikation und das Problemmanagement wurden durch die Zusammenarbeit mit dem Vanakkam-Projekt (www.vanakkam.at) deutlich erleichtert.

Wir freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit in den folgenden Jahren – aus einer verrückten Idee vor ein paar Jahren ist jetzt wirklich Realität geworden.

Text: Regina Robanser, Peter Schönhuber

Fotos: Regina Robanser, Fr. Leonard

Pfarrklausur 13. – 15. 10. 2023

Eine Klausur ohne (klare) Ergebnisse – und das gewollt…

Die „Pfarre zur Frohen Botschaft im Jahre 2038“ – das war das Leitthema, als sich Mitte Oktober etwa 50 Mitglieder der pfarrlichen Leitungs-Teams (Pfarrgemeinderat, 4 Gemeindeausschüsse, Vermögens-Verwaltungs-Rat, Pastoral-Team) auf Arbeitsklausur nach Horn begaben. „Wie könnte sich 2038 Kirche vor Ort entwickeln, dass sie gottvoll uns heilsam ist – und was können wir jetzt dafür tun, dass es eine heilvolle Entwicklung für die Menschen wird?!“ – so eine der Leitfragen. „Dabei war es unser Ziel, dass nicht jeder wieder mit einem Bündel an Aufgaben und Aufträgen zurück kommt“, erzählt Pfarrer Gerald: „Wir sind eh schon alle heftig dabei! Vielmehr galt es eine Ahnung zu entwickeln, wie wir gut im Geiste Gottes gemeinsam in die Zukunft gehen können!“

30 Projekte vorgestellt oder abgeschlossen

Der Auftakt am Freitag Abend war nach Einstimmung und Gebet ein Rückblick: Vor einem Jahr wurden vielfältige Projekte  und Initiativen gestartet – was ist aus ihnen geworden?! Die Teilnehmer/innen brachten ein Resümee aus über 30 Projekten mit je einem Plakat zur Sprache: Vieles ist davon geglückt, anderes ist auch noch offen geblieben oder gescheitert. „Gut so“, wie Pfarrer Gerald am Sonntag in seiner Predigt ausführte; „Wir wollen nicht der Diktatur der Perfektion verfallen: Vieles glückt, aber zur Entwicklung gehört auch Scheitern und Neuanfang!“

Kreative Zukunftsvisionen

Am Samstag entwickelten die Teilnehmenden auf vielfältige Weise Zukunftsvisionen – mit sehr kreativen Methoden wurde daran gearbeitet und erst recht darüber wieder gesprochen. Aufgrund der aktuellen Situation bildete sich ergänzend eine Gruppe, wie angesichts der derzeitigen, gerade junge Leute besonders belastender Krisen (Kriege, Umweltsituation usw.) aus der Reich-Gottes-Idee neue Kraftlinien stark werden können.

„Ohne konkrete Initiativen zu definieren gab es vergleichbare Linien, die in den Zukunftsvisionen spürbar wurden“, erzählt Pfarrer Gerald. „ES läuft in ähnliche Richtungen: Offenheit und Willkommenskultur, lernen über das eigene Glauben zu reden, gesunde Vernetzungen, vertiefter Umgang mit der Bibel, kraftvolle aufbauende Liturgie, sensibles und sorgsames Hinschauen und Hinhorchen auf die Stillen, caritative Ausrichtung – für Welt und Menschen da sein –, eben ‚lebendige Eucharistie‘ sein, wie es eine Teilnehmerin formulierte!“ … alles Worte, die sich für die Teilnehmer/innen mit Kraft und Leben gefüllt haben: „So wird es im Geist Gottes weitergehen“; Grundlinien, die sich allesamt in unserer Pfarrvision „Jesus FROHE BOTSCHAFT heute LEBEN“ mit ihren 7 Programmpunkten wiederfinden.

Spannend war auch der Blick auf die „nichtgesagten“ Themen – was nehmen wir oft unausgesprochen mit: Wo gibt es Leistungsdruck, überschnelle Einordnung oder (vielleicht sogar verletzende) Be-Urteilung, wo braucht es mehr kritisches Hinterfragen von Autoritäten, wie kommen die „Stillen“ zu ihren Rechten (Fragen, denen wir im laufenden Projekt „Sorgsamer Umgang miteinander“ sowieso gerade intensiv nachgehen).

Ein vergnüglicher Abend mit Laudato-Si-Spaziergang, Löt-Kurs, Karaoke-Singen oder anderen Gemütlich-Aktivitäten rundete den Programmteil ab.

Beschlüsse und Ausblick:

In der „Vollversammlung“ (alle Mandatar/innen/e – das „oberste Gremium“ unserer Pfarre) am Sonntag wurden dann einzelne Dinge „auf den Boden gebracht“. Es gab einen gemeinsamen Blick auf und Arbeit an der Finanz-Situation der Pfarre. Die im FroBo live (22. 10. 2023) genannten personellen Neuentwicklungen (Pfarrbüro, Aushilfskaplan) wurden zuerst dort verkündet und besprochen.

Beschlüsse waren, den seit 5 Jahren eingeschlagenen „EMAS“-Weg auf weitere 5 Jahre weiterzugehen, es wurden Arbeitsgruppen zum Thema „Pfarrliche Fest“ und „Lange Nacht der Kirchen“, sowie die „Fastenzeit-Impuls-Abende“ gebildet, allfällige Einzelpunkte besprochen.

Schon traditionell am Sonntag: Das Live-Gespräch mit unseren Partner/inne/n im indischen Vanakkam-Projekt – die berührende Ansprache von P. Leonard lässt sieh HIER nachlesen. In der Sonntags-Fest-Messe wurde anhand der Sonntags-Bibelstellen (28. Sonntag im Jahreskreis) den eigenen Hemmnissen nachgegangen, vertrauensvoll die Wege Gottes mitzugehen („noch“, „aber“, „WIR!“); mit dem Mittagessen gingen 3 spannende, kreative Tage zu Ende!

„Es ist nicht so leicht, ohne Liste von Ergebnissen wieder im Alltag zu landen!“, wie Pfarrer Gerald ausführte. „Aber: Ich glaube, wir sind ein gutes Stück weitergekommen, gemeinsam – wie es in unserer Pfarrvision heißt – Jesu FROHE BOTSCHAFT heute zu LEBEN!“

Als kleines Schlaglicht: Botschaften und Zukunftslinien, kleine „Strahlen“, die zum Abschluss der thematischen Arbeit formuliert und zu einer dynamischen Spirale des Lebens zusammengefügt wurden:

Offen bleiben

Es wird uns in 15 Jahren noch geben

Wir werden zusammenwachsen und nach außen strahlen.

Zeichen der Hoffnung

Nachhaltigkeit

Wertschätzender Umgang

Offenheit

Christinnen und Christen „entwickeln“

Courage

Vernetzung mit allen Menschen guten Willens

Tief ausstrahlende Liturgie

Lebendige Gemeinschaft – offen für alle, die suchen

Not erkennen und stützend helfen

Auskunftsfähig

Diversität: raus der Komfortzone / Homogenität

Wie gehen wir mit unserem Ehrenamt um?

Fröhlichkeit ausstrahlen – Spaß haben

Vorleben und übergeben

Achtsam sein für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, sie wahrnehmen und unterstützen

Glaubwürdig sein – authentisch sein

Glaub-würdig

WoGos, … verstärken; Laiendienste

Anlaufstelle für die Nöte der Menschen im Heute

Authentisch Träger:in der Hoffnung sein

Plattform für gute Menschen – Gutmenschen willkommen

Fokus auf Menschen und nicht auf Orte

Achtsamkeit und Wertschätzung

Mut zum Abschied von der „klassischen Pfarre“

Lebendige Eucharistie sein

Fels in der Brandung

Kirche als spiritueller Raum zum Durchatmen

Fokussierung

Feste gemeinsam fröhlich feiern

Zuversicht und Vertrauen

Achtsam bleiben auf die Leisen unter uns

Authentisch den Glauben leben

Seid zuversichtlich!

Sich stets den Mitmenschen zuwenden

Beharrlich im Gebet

Wir strahlen Frieden aus.

Zurücklegen dürfen – Platz machen dürfen für Neues

Gestaltetes loslassen

… diese Strahlen eröffnen einen spirituellen Raum.

Fotos: Albert Reiner, Christoph Bauer, Franz Josef Maringer und Peter Tschulik

Pfarrfest zu 60 Jahre Florianikirche

Buntes Pfarrfest der Pfarre zur Frohen Botschaft in St. Florian am So, 8. 10. 2023 mit großer Beteiligung;

Pfarrer Gerald: „Buntes Fest als Grundlage, Zukunft zu gestalten…!“

Zum 60. Geburtstag der St.-Florian-Kirche wurde das heurige Pfarrfest der Pfarre zur Frohen Botschaft am So, 8. 10. 2023 in eben diese Kirche gelegt: Ein vielsprachiges, buntes Feiern mit Einbindung des indischen Partnerschafts-Projektes „Vanakkam“ war ein würdiger Rahmen.

Die Kirche war toll gefüllt, als das Fest mit einer bunten Messe eröffnet wurde. Alle 4 Pfarrgemeinden (St. Elisabeth, St. Florian, St. Thekla und Wieden-Paulaner) der Pfarre waren kräftig vertreten, ebenso die Lateinamerikanische Gemeinde Wiens, die lange schon ebenso in dieser Kirche zu Hause ist. Eingangs wurde Sr. Priya, Stv. Schulleiterin im indischen Vanakkam-Projekt begrüßt, die für 1 Woche zu Besuch ist. Der Gottesdienst war (geprägt durch die Lateinamerikanische Gemeinde) mit spanischen Elementen gestaltet, aber auch Französisch, Serbisch und Englisch klangen an. Die Fest-Predigt (Deutscher Wortlaut HIER) hielt Father Leonard, der Leiter des indischen Vanakkam-Projektes – per Internet übertragen: „Nehmen wir unsere Chancen wahr – bringen wir Früchte!“ – so P. Leonard das Sonntagsevangelium charmant auslegend; Leitlinie: Kirche – Weinberg Gottes!

Das war auch Anlass, persönlich nachzudenken und in kleinen Gruppen nach der Predigt zu besprechen, wo wir selbst Früchte für die Welt bringen können: „Es soll auch die nächsten Jahre unsere Umgebung etwas davon haben, dass es uns als christliche Pfarre hier gibt!“, wie Pfarrer Gerald betonte. Früchte wurden auch zu Papier und bei der Gabenbereitung zum Altar, – Brot (Hostien aus Indien) und Wein wurde durch Rauchfangkehrer zum Altar gebracht: Die Vorgängerkirche, die bis 1965 mitten auf der Wiedner Hauptstraße stand, war damals im Volksmund die „Rauchfangkehrerkirche“; diese waren daher samt Fahne mit einer schönen Abordnung vertreten. Die Kollekte dient der Unterstützung einer Armenausspeisung in Indien – die Papier-Früchte wurden durch die Kinder zu großen Wein-Trauben zusammen geklebt, die am Schluss des Gottesdienstes im Kirchenraum aufgezogen wurden.

Nach dem Festgottesdienst ging es am Kirchenplatz, sowie im Florianisaal und in der Kirche weiter: Spanferkel, Vegetarisches durch den Verein Mut, Kinderhüpfburg und Schätzspiel, Feuerwehr-Ziel-Spritzen und Warenverkauf (Vanakkam-Stand, Honig aus St. Florian, …), Kinder- & Erwachsenen-Kirchenführungen, Foto-Dokumentation durch die letzten 60 Jahre, wie auch eine Extraführung durch das Rauchfangkehrermuseum (Bezirksmuseum: Die alte „Rauchfangkehrerkirche“) und vieles andere mehr!

Selbst die mittags einbrechende Kälte, sowie der später einsetzende Regen konnte die Festfreude nicht trüben…: Ein gute Basis, die nächsten 60 Jahre Kirche vor Ort für die Menschen zu gestalten…

„Es haben wahnsinnig viele Menschen zusammen geholfen und es hat einfach gut funktioniert“, erzählt die St.-Florianer Gemeindeausschuss-Leiterin Nadja Henrich begeistert. „Einige Gäste haben sich nach dem Fest begeistert bedankt – es ist einfach schön, wie fluffig Teamarbeit bei uns läuft: Ein herzliches Danke an jede helfende Hand – es ist wunderschön, mit Euch zusammen zu arbeiten!“

Danke auch für die Spenden (Bestätigung HIER): Wir konnten über € 2.000,- an unser indisches Vanakkam-Projekt zur Aktion „Festtage für die Ärmsten“ weitergeben. Mit diesem Betrag können ca. 120 wirtschaftlich Bedürftigen mit einem Lebensmittelpaket (25 kg Reis, 6 kg Hülsenfrüchte, Öl) als konkrete Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags beschenkt werden!

Fotos: Ute Schellner & Peter Tschulik